Wirtschaft in Pulheim

Die Gemeinde mit über 54.000 Einwohnern liegt im Rhein-Erft-Kreis und damit nahe an der Großstadt Köln. Das hat auch Einfluss auf die Wirtschaft. Als Standort profitiert die Stadt von der guten Anbindung an das Autobahnnetz und die Regionalbahnen

Historisch gesehen ist Pulheim wie viele Städte und Gemeinden landwirtschaftlich geprägt gewesen. Die vielen Reiterhöfe und die Abtei sind heute noch ein Zeugnis dieser Geschichte. Mitte des 20. Jahrhunderts veränderte sich aber das Stadtbild und das Leben. Pulheim wurde zunehmend als attraktiver Wohnort für Pendler gesehen. Viele junge Familien suchten sich hier ein Zuhause. Damit blieb der Stadt aber auch eine größere industrielle Entwicklung verwehrt – was heute positive Auswirkungen zum Beispiel auf die Luftqualität hat.

Es gibt zwei Gewerbegebiete, in denen sich im wesentlichen kleinere und mittlere Betriebe niedergelassen haben. Der Stadtteil Brauweiler ist auch Sitz der gleichnamigen Umspannanlage. Diese ist der Endpunkt einer wichtigen Stromverbindung , die schon 1921 von der RWE geschaffen wurde. Sie verbindet Wasserkraftwerle in Süddeutschland mit dem Ruhrgebiet. Sie ist ein bedeutender Teil der deutschen Strom-Infrastruktur. Ein weiterer bedeutender Arbeitgeber ist Mercedes. Die Stuttgarter Autobauer haben in Pulheim ein Logistikcenter aufgebaut, aus dem Teile an die umliegenden Händler verschickt werden. Weiterhin gibt es einen Verpackungshersteller, eine Kosmetikfirma und Firmen, die Baustoffe produzieren und handeln. Ebenfalls bedeutend ist ein Logistikzentrum, dass Güter der Firma Obi in Westeuropa verteilt.

Besonders hohe Kaufkraft

Auch wenn es an Industrie fehlt, hat Pulheim eine hohe Kaufkraft. Die Einkommen der Pulheimer sind höher als in vielen anderen Gemeinden. Allerdings fehlt es im Einzelhandel noch an attraktiven Möglichkeiten, das Geld auch in der Stadt auszugeben. Ein großer Teil fließt in die Einkaufsmetropolen ab. Die Stadtverwaltung versucht, dem mit Kampagnen entgegenzutreten, die Pulheim als attraktiven Gewerbestandort preisen und auch die hohe Kaufkraft loben. Man möchte die Zahl der 400 Unternehmen und 200 Einzelhandelsbetriebe noch weiter erhöhen.

Die Stadt hilft Interessenten, zum Beispiel passende Grundstücke zu finden, aber auch den Grundstücksbedarf überhaupt erst zu ermitteln. Gibt es Flächen, die sich im Besitz der Kommune befinden, werden die Unternehmen bevorzugt angeboten. Man vermittelt auch Kontakte zu privaten Grundstückseigentümern und zu Immobilienmaklern. Die Abteilung Wirtschaftsförderung veranstaltet Seminare und Fortbildungen für Firmen und stellt Kontakte zu den regionalen Wirtschaftsverbänden her.

Dem Bürgermeister und den Parteien ist klar geworden, dass eine hohe Kaufkraft und eine gute Wohnqualität noch nicht reichen. Daher versucht verman, sich auch als Klimastadt zu präsentieren, die in die Zukunft schaut und versucht, moderne Technik zur Emissionsminderung einzusetzen.